Honig - Mehr als ein Zuckerersatz

Der mit den Enzymen aus den Kopfdrüsen der Honigbiene angereicherte Nektar der Blüten, ergibt bei einer Reifung in der Wärme des Bienenstocks den Blütenhonig, den wir in vielen Geschmacks- und Farbvariationen genießen können.

Die Blütentreue der Bienen ermöglicht, wenn ein ausreichendes Trachtangebot einer Blütensorte zur Verfügung steht, das Sammeln von Sortenhonig

Um den Namen einer Blütenpflanze tragen zu dürfen, muss der Honig überwiegend aus Nektar oder Honigtau dieser Pflanze bestehen. 100% reine Sortenhonige gibt es bei diesem Naturprodukt kaum.

Unsere Natur- und Kulturbestände in Deutschland ermöglichen folgende Sorten in größeren Mengen: Löwenzahn, Obstblüte, Raps, Akazie, Kastanie, Linde, Klee, Sonnenblume, und Heide.

Wird ein Honig lediglich als Blütenhonig bezeichnet, so enthält er eine Mischung aus vielen Blütenpflanzen und wird vom Imker oft noch in Frühlings- und Sommertracht unterschieden. Blütenhonig, der im Supermarkt angeboten wird, ist meist eine Mischung aus vielen verschiedenen Honigen, die zusammengerührt werden, um möglichst große und einheitliche Chargen zu bekommen.

Erweitert wird unser Angebot durch den Honigtauhonig. Dieser Pflanzensaft wird von Läusen aus den Nadeln und Blättern der Bäume gesaugt, bei uns sind dies vor allem Tanne und Fichte. Die Bienen sammeln diesen von den Läusen ausgeschiedenen, sehr mineralstoffreichen Saft und verarbeiten ihn zu Wald- oder Tannenhonig.

Gewinnung und Lagerung von Honig

Um guten Honig mit einer möglichst hohen Enzymaktivität zu bekommen, muss der Honig vor Umwelteinflüssen wie Licht, Wärme, Luft (Sauerstoff) und Feuchtigkeit geschützt werden. Sauberkeit bei der Gewinnung des Honigs ist oberstes Gebot.

Dunkle Gläser mit luftdicht schließendem Deckel sind für die Aufbewahrung besonders gut geeignet. Sie sind hygienisch, wieder verwertbar und schützen den Honig vor den genannten Umwelteinflüssen, die seinen Wert mindern können. Honig nimmt leicht Fremdgerüche aus seiner Umgebung an und zieht bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasser. Licht und Wärme zerstören die dafür empfindlichen Enzyme. Honig sollte kühl, dunkel, und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. So ist er jahrelang haltbar ohne wertvolle Inhaltstoffe zu verlieren.

Jeder naturbelassene Honig kristallisiert mit der Zeit. Wie schnell dies geschieht, ist zum einen von der Zuckerzusammensetzung des Honigs abhängig, zum anderen davon, ob der Honig nach dem Schleudern gerührt wurde. Honigsorten, die einen hohen Glukosegehalt haben, z.B. Raps, Löwenzahn und Klee kristallisieren schneller als jene mit einem hohen Fruktoseanteil wie z.B. Akazienhonig

Sollte Ihnen der Honig einmal zu fest sein, können Sie ihn im Wasserbad bei Temperaturen zwischen 35 und maximal 40°C verflüssigen. Die Erwärmungszeit sollte möglichst kurz gehalten werden, da sonst wertvolle Stoffe durch die Wärme zerstört werden. Achten Sie jedoch darauf, dass Honig nie in der Mikrowelle erwärmt werden sollte!

Honigsorten

Viele Eigenschaften des Honigs sind bei den unterschiedlichen Sorten gleich. So ist Honig ein allgemeines Kräftigungsmittel, er wirkt entzündungshemmend und ausgleichend. Er ist ein Katalysator im Verdauungssystem. Sortenhonige bringen je nach Blütenart zusätzlich spezifische Wirkstoffe der Trachtpflanze mit.

Blütenhonig

Eine Mischung aus vielen unterschiedlichen Blüten ist gut geeignet, um Heuschnupfen zu behandeln, wenn der Honig Blütensorten enthält, auf die der Betroffene allergisch reagiert. Dann eignen sich kleine Mengen dieses Honigs zur Desensibilisierung.

Akazienhonig

Aufgrund seines hohen Fruchtzuckeranteils bleibt dieser Honig lange flüssig. Er ist für Diabetiker am ehesten geeignet. Allerdings müssen Broteinheiten gegengerechnet werden. Sollte bei jemandem nach dem Verzehr von Honig Sodbrennen auftreten, sollte er Akazienhonig testen.

Edelkastanienhonig

Dieser Sorte bringt die Eigenschaften der Edelkastanie mit, die einen günstigen Einfluss auf unsere Nieren und Blase hat. Er ist sehr würzig, in manchen Jahren auch streng und leicht bitter.

Rosskastanienhonig

Entsprechend der Pflanzenwirkstoffe unterstützt dieser Honig das Herz –Kreislaufsystem, vor allem die Venen.

Heidehonig

Der Honig zeigt eine rötliche bis hellbraune Färbung und kristallisiert sehr schnell. Da er besonders eisenhaltig ist, eignet er sich bei Blutarmut (Anämie). Er wirkt harntreibend und ist deshalb bei Erkrankungen des Nieren-Blasenbereichs hilfreich.

Kleehonig

Dieser helle, fast weiße Honig ist sehr mild und fein cremig. Er hat eine beruhigende und krampflösende Wirkung und hilft bei Magen-Darm-Beschwerden.

Lindenhonig

Wie Lindenblütentee wird auch der Honig dieser Pflanze bei Erkältungen und fiebrigen Infekten empfohlen. Er wirkt entzündungshemmend und beruhigend.

Löwenzahnhonig

Er hat eine goldgelbe Farbe, wirkt blutreinigend und hilft bei Leber- Galle- und Nierenleiden.

Rapshonig

Auch dieser Honig ist fast weiß und kristallisiert innerhalb weniger Tage sehr fein. Er hat ein mildes Aroma, wirkt beruhigen, ausgleichend und ist bei Kindern sehr beliebt.

Sonnenblumenhonig

Das satte Gelb der Sonnenblume und ihre süße Würze ist darin konserviert.

Waldhonig

Dieser dunkle Honig ist eine Mischung aus verschiedenen Nektarsorten und Honigtauquellen. Er ist mineralstoffreich und schmeckt sehr würzig.

Tannenhonig

Auch dieser Honig ist sehr mineralstoffreich. In der Farbe ist er meist noch dunkler als der Waldhonig. Er bleibt lange flüssig.

Die beiden zuletzt genannten Honigsorten werden gerne bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, aber auch immer dann, wenn ein höherer Mineralstoffbedarf gedeckt werden soll.

Honig - ein idealer Energiespender

Naturbelassender Honig enthält zu ca. 80% mehrere Zuckerarten, wie z.B. Glucose, Fructose, Saccharose usw. in unterschiedlicher Zusammensetzung. Diese Kohlenhydrate in Verbindung mit den zahlreichen Nebenkomponenten können von Darm und Leber in idealer Weise verstoffwechselt werden ohne diese Organe zu belasten. Honig bringt seine eigenen Verdauungsenzyme schon mit.

Der glykämische Index (GI), der aussagt wie schnell und hoch der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Kohlenhydraten ansteigt, ist bei Honig wesentlich niedriger als beim raffinierten, weißen Zucker. Glukose liefert sehr schnell Energie. Fruktose und Mehrfachzucker bringen länger anhaltende Energie.

Honig ermöglicht aufgrund seiner Zusammensetzung ermüdungsfreie Dauerleistung, wie Versuche mit Sportlern gezeigt haben, da Muskeln und Nerven schnell und anhaltend gleichmäßig mit Energie versorgt werden.